Wenn trotz liegendem Katheter Urin neben dem Schlauch austritt, ist das unangenehm und verunsichert. Meist steckt eine erklärbare, behandelbare Ursache dahinter — sogenanntes „Vorbeilaufen" ist ein bekanntes Phänomen, vor allem bei Dauerkathetern.
Dieser Artikel ordnet die häufigsten Ursachen ein. Er ersetzt keine ärztliche Beurteilung — bei anhaltendem oder starkem Vorbeilaufen gehört das immer in fachkundige Hände.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Blasenkrämpfe
Der liegende Katheter kann die Blasenwand reizen und unwillkürliche Kontraktionen auslösen. Presst sich die Blase dabei kurz zusammen, kann Urin am Katheter vorbei nach außen gedrückt werden, statt durch ihn abzufließen. Das ist häufig und meist harmlos, kann aber unangenehm sein.
Verstopfung oder Abknicken
Ist der Katheter verstopft — etwa durch Ablagerungen oder Blutgerinnsel — oder ist der Schlauch abgeknickt, staut sich der Urin und sucht sich seinen Weg außen vorbei. In diesem Fall fließt oft auch durch den Katheter selbst nichts oder nur wenig ab.
Verstopfung des Darms
Ein voller Darm kann von außen Druck auf die Blase ausüben und ebenfalls zu Vorbeilaufen führen. Regelmäßiger Stuhlgang ist deshalb auch für die Blasenfunktion relevant.
Falsche Kathetergröße
Ist der Katheter im Verhältnis zur Harnröhre zu dünn, findet Urin leichter einen Weg daran vorbei. Ein größerer Durchmesser ist aber nicht automatisch die Lösung — er kann die Schleimhaut stärker reizen. Die passende Größe legt immer dein Behandlungsteam fest.
Wann du ärztlichen Rat suchen solltest
Ärztlichen Rat solltest du einholen, wenn das Vorbeilaufen anhält oder wiederkehrt, große Mengen betrifft, mit Schmerzen, Fieber oder trübem, streng riechendem Urin einhergeht, oder wenn durch den Katheter selbst gar nichts mehr abläuft.