Wer mehrmals täglich katheterisiert, belastet die Harnröhre — über Jahre summiert sich das. Mit dem richtigen Material und guter Technik lässt sich diese Belastung deutlich verringern.
Wichtig vorab: Anhaltende Beschwerden oder Blut gehören immer ärztlich abgeklärt, nicht ausgesessen.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Was die Harnröhre reizt
Der häufigste Grund ist Reibung: ein Katheter, der zu wenig gleitfähig ist, eine zu große Größe oder zu hastiges Einführen. Auch trockene Beschichtungen, die nicht ausreichend aktiviert wurden, erhöhen die Reibung spürbar.
Was hilft
Kleine Anpassungen mit großer Wirkung:
- Gut gleitfähige Produkte nutzen — hydrophile Katheter gelten als besonders schonend.
- Beschichtung vollständig aktivieren und die Einwirkzeit einhalten.
- Ruhig und ohne Kraft einführen. Widerstand ist ein Stopp-Signal, kein Grund zu drücken.
- Die ärztlich verordnete Größe verwenden, nicht eigenmächtig wechseln.
- Jeden Katheter nur einmal benutzen.
Wann du zum Arzt solltest
Lass abklären bei: Blut im Urin oder am Katheter, anhaltendem Brennen, zunehmendem Widerstand beim Einführen, Fieber oder Schmerzen im Unterbauch. Solche Zeichen können auf eine Reizung, einen Infekt oder eine Verengung hinweisen — je früher das jemand anschaut, desto einfacher ist es zu behandeln.