Bei Spina bifida ist die Steuerung der Blase durch die Nerven häufig von Geburt an beeinträchtigt. Das Blasenmanagement gehört deshalb oft zu den ersten und wichtigsten Themen im Leben der Betroffenen und ihrer Familien.
Dieser Artikel gibt eine allgemeine Orientierung. Jede Versorgung wird individuell durch das behandelnde Team festgelegt.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Warum die Blase betroffen ist
Spina bifida entsteht, wenn sich der Neuralrohrbereich in der frühen Entwicklung nicht vollständig schließt. Je nach Höhe und Ausprägung sind die Nerven betroffen, die auch die Blase steuern. Man spricht dann von einer neurogenen Blase: Sie entleert sich nicht zuverlässig oder baut zu hohen Druck auf.
Warum ISK hier so früh eine Rolle spielt
Ein hoher Druck in der Blase und zurückbleibender Restharn können auf Dauer die Nieren gefährden — das ist bei Spina bifida die zentrale Sorge. Der intermittierende Selbstkatheterismus entleert die Blase regelmäßig und vollständig und schützt so Blase und Nieren.
Deshalb wird ISK bei vielen Kindern mit Spina bifida schon früh Teil des Alltags, zunächst durch die Eltern, später zunehmend selbstständig.
Vom Kind zur eigenständigen Versorgung
Mit dem Älterwerden lernen viele Kinder, sich selbst zu katheterisieren — ein wichtiger Schritt für Selbstständigkeit, Schule und Selbstvertrauen. Wann der richtige Zeitpunkt ist, schätzt das Behandlungsteam gemeinsam mit der Familie ein.
Beim Übergang ins Erwachsenenalter wechselt die Betreuung von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin. Eine gut organisierte, verlässliche Hilfsmittelversorgung ist in dieser Phase besonders wertvoll, damit nichts ins Stocken gerät.