Wenn Du während der Schwangerschaft auf intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) angewiesen bist, kann sich die Versorgung im Alltag verändern. Dein Körper verändert sich, gleichzeitig bleibt eine zuverlässige Blasenentleerung wichtig.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Ist ISK während der Schwangerschaft möglich?
Grundsätzlich kann ein intermittierender Selbstkatheterismus auch während der Schwangerschaft erforderlich und möglich sein. Ob und wie die Versorgung fortgeführt wird, hängt von Deiner individuellen Situation, der Ursache der Blasenentleerungsstörung und der Empfehlung Deines behandelnden Teams ab.
Mit fortschreitender Schwangerschaft können sich körperliche Veränderungen bemerkbar machen, die den bisherigen Umgang mit der Versorgung beeinflussen. Sprich deshalb frühzeitig mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt, wenn Dir die bisherige Versorgung zunehmend schwerfällt oder sich Deine Beschwerden verändern.
Was verändert sich durch die Schwangerschaft?
Während der Schwangerschaft verändern sich unter anderem die Größe und Lage der Gebärmutter sowie die Druckverhältnisse im Becken. Dadurch kann sich auch das Gefühl bei der Blasenentleerung oder beim ISK verändern. Solche Veränderungen sollten nicht eigenständig beurteilt oder durch eine Änderung der Versorgung ausgeglichen werden.
Wenn Du unsicher bist, ob Deine bisherige Versorgung weiterhin geeignet ist, kann Dein behandelndes medizinisches Team gemeinsam mit Dir prüfen, ob Anpassungen notwendig sind. Dabei können auch Deine Schwangerschaftswoche und Deine individuelle Krankengeschichte berücksichtigt werden.
Warum sind Harnwegsinfektionen besonders wichtig?
Bei einer Schwangerschaft sollte auf Beschwerden im Zusammenhang mit den Harnwegen besonders geachtet werden. Beim ISK können Harnwegsinfektionen auftreten; mögliche Anzeichen sind beispielsweise Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen, Fieber oder eine auffällige Veränderung des Urins.
Wenn Du solche Beschwerden bemerkst oder Dir Dein Gesundheitszustand ungewöhnlich vorkommt, solltest Du Dich zeitnah an Deine behandelnde Ärztin oder Deinen behandelnden Arzt wenden. In der Schwangerschaft sollte eine mögliche Infektion medizinisch abgeklärt werden.
Was kannst Du für die Schwangerschaftsbetreuung beachten?
Informiere Deine Frauenärztin oder Deinen Frauenarzt darüber, dass Du intermittierenden Selbstkatheterismus durchführst. Auch andere behandelnde Fachpersonen sollten wissen, dass bei Dir eine Katheterversorgung notwendig ist, damit die medizinische Betreuung entsprechend abgestimmt werden kann.
Wichtig ist außerdem, Veränderungen nicht allein auf die Schwangerschaft zurückzuführen. Bei neuen Beschwerden, Problemen mit der Blasenentleerung oder Unsicherheit bezüglich Deiner Versorgung ist eine individuelle medizinische Beratung sinnvoll.