Beim intermittierenden Selbstkatheterismus gibt es für Männer einige anatomische Besonderheiten zu kennen. Mit der richtigen Einweisung und etwas Geduld wird auch das schnell zur selbstverständlichen Routine.
Hier steht eine allgemeine Orientierung. Die eigentliche Technik lernst du persönlich bei deinem Behandlungsteam — dieser Text ersetzt die Einweisung nicht.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Die anatomischen Besonderheiten
Die männliche Harnröhre ist mit rund 20 Zentimetern deutlich länger und verläuft in einer natürlichen Krümmung. Deshalb braucht es hier etwas mehr Ruhe als bei Frauen, damit der Katheter der Harnröhre sanft folgen kann.
Im Bereich der Prostata und des Schließmuskels kann ein leichter Widerstand spürbar sein. Wichtig: nie mit Druck oder Gewalt arbeiten. Wie du entspannt und schonend vorgehst, ist zentraler Teil der ärztlichen Einweisung.
Reizungen und Infekte vermeiden
Gute Gleitfähigkeit ist bei der längeren Harnröhre besonders wichtig — ausreichend beschichtete oder befeuchtete Katheter schonen die Schleimhaut. Saubere Handhygiene und ein ruhiger Ablauf senken das Risiko für Harnwegsinfekte.
Kleine Blutspuren können anfangs vorkommen; bei größeren Mengen, Schmerzen oder Fieber solltest du ärztlichen Rat suchen.
Im Alltag
Für Männer gibt es Katheter in passender Länge, viele mit praktischer Einführhilfe und diskreter Verpackung für unterwegs. So lässt sich der Selbstkatheterismus gut in Beruf, Sport und Reisen einbinden.
Welcher Typ, welche Länge und welche Beschichtung zu dir passen, klärst du mit deinem Versorger und deinem Behandlungsteam.