Eine leichte rosa Färbung oder ein kleiner Blutstropfen am Katheter erschreckt im ersten Moment. Oft steckt eine harmlose kleine Reizung dahinter — es gibt aber Situationen, in denen du ärztlichen Rat suchen solltest.
Dieser Artikel hilft dir einzuordnen, ersetzt aber keine ärztliche Beurteilung. Im Zweifel gilt immer: lieber einmal zu viel nachfragen.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Warum kleine Blutspuren vorkommen
Die Harnröhre ist empfindlich. Beim Katheterisieren kann es zu winzigen oberflächlichen Reizungen der Schleimhaut kommen, besonders wenn der Katheter zu wenig gleitet, zu schnell eingeführt wird oder die Schleimhaut gerade gereizt ist. Solche Mikroverletzungen zeigen sich als kleine Blutspur und heilen meist von selbst.
Gerade in den ersten Wochen mit ISK, wenn Routine und Gefühl noch fehlen, sind vereinzelte Blutspuren nicht ungewöhnlich.
Diese Warnzeichen gehören ärztlich abgeklärt
Suche ärztlichen Rat, wenn deutlich mehr als eine kleine Spur Blut kommt, der Urin kräftig rot ist, sich Blutklümpchen zeigen, das Bluten wiederholt auftritt oder anhält.
Ebenfalls ein Fall für die Praxis: Blut zusammen mit Schmerzen, Brennen, Fieber, trübem oder streng riechendem Urin — das kann auf einen Harnwegsinfekt hindeuten. Wenn ein Katheter gar nicht mehr oder nur unter Schmerzen einführbar ist, brich ab und hol ärztlichen Rat ein.
Was Reizungen vorbeugt
Gute Gleitfähigkeit ist der wichtigste Schutz: ausreichend beschichtete oder befeuchtete Katheter und genug Zeit statt Hektik. Auch eine passende Kathetergröße und ausreichendes Trinken helfen, die Schleimhaut zu schonen. Was für dich am besten passt, bespricht dein Behandlungsteam mit dir.
Mehr dazu findest du im Ratgeber zu Reizungen der Harnröhre und zur Wahl des passenden Katheters.