Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit können dazu beitragen, dass Dein Körper und Deine Harnwege gut versorgt sind. Gerade beim intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK) kann es hilfreich sein, auf die eigenen Trink- und Ernährungsgewohnheiten zu achten.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Ausreichend trinken – warum Flüssigkeit wichtig ist
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr unterstützt den Körper dabei, Urin zu bilden und auszuscheiden. Wie viel Du trinken solltest, hängt unter anderem von Deinem Gesundheitszustand, Deiner körperlichen Aktivität und den Empfehlungen Deines behandelnden Teams ab.
Wenn Dir medizinisch keine bestimmte Trinkmenge empfohlen wurde, kann regelmäßiges Trinken über den Tag sinnvoll sein. Bei bestimmten Erkrankungen, beispielsweise von Herz oder Nieren, kann dagegen eine individuelle Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr notwendig sein.
Welche Getränke können die Blase reizen?
Nicht jedes Getränk wird von jeder Person gleich gut vertragen. Kaffee, Energydrinks, Alkohol und stark koffeinhaltige Getränke können bei manchen Menschen Blasenbeschwerden oder einen verstärkten Harndrang begünstigen. Auch sehr saure oder stark kohlensäurehaltige Getränke können individuell als unangenehm empfunden werden.
Du musst solche Getränke nicht grundsätzlich meiden. Wenn Du bemerkst, dass bestimmte Getränke Deine Beschwerden verstärken, kann es sinnvoll sein, deren Konsum zu reduzieren und die Reaktion Deines Körpers zu beobachten.
Ausgewogene Ernährung für den Alltag
Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und geeigneten Eiweißquellen unterstützt die allgemeine Gesundheit. Einen einzelnen „Blasen-Tee" oder ein bestimmtes Lebensmittel, das die Harnwege zuverlässig schützt, gibt es dagegen nicht.
Auch sehr stark gewürzte oder individuell schlecht verträgliche Lebensmittel können bei manchen Menschen Beschwerden verstärken. Entscheidend ist daher weniger eine spezielle Blasendiät als eine ausgewogene Ernährung, die Du gut verträgst.
Was gilt bei ISK?
Beim intermittierenden Selbstkatheterismus ist Ernährung nur ein Teil der gesamten Versorgung. Eine gute Flüssigkeitsversorgung und ausgewogene Ernährung ersetzen weder die medizinisch empfohlene Katheterversorgung noch die ärztliche Kontrolle.
Wenn Du wiederholt Beschwerden wie Brennen, Schmerzen, Fieber oder auffällige Veränderungen des Urins bemerkst, solltest Du dies medizinisch abklären lassen. Besonders bei einer bestehenden Blasenentleerungsstörung ist es sinnvoll, Veränderungen nicht allein auf Ernährung oder Trinkverhalten zurückzuführen.