Wer zum ersten Mal mit einem Katheter zu tun hat, fragt sich oft: Warum eigentlich? Die Gründe sind vielfältig — meist geht es darum, die Blase zuverlässig zu entleeren, wenn das auf natürlichem Weg nicht mehr sicher gelingt.
Dieser Überblick ordnet die häufigsten Ursachen ein. Deine persönliche Situation beurteilt immer dein Behandlungsteam.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Neurogene Blase
Bei Erkrankungen wie Querschnittlähmung, Multipler Sklerose oder Spina bifida ist die Nervensteuerung der Blase beeinträchtigt. Die Blase entleert sich dann nicht mehr vollständig oder zuverlässig — ein Katheter übernimmt diese Aufgabe und schützt so Blase und Nieren vor den Folgen von Restharn.
Harnverhalt
Manchmal kann die Blase trotz Füllung akut nicht entleert werden — etwa durch eine vergrößerte Prostata, nach Operationen oder Geburten, oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente. Ein Katheter schafft hier kurzfristig oder dauerhaft Entlastung.
Nach Operationen und im Krankenhaus
Rund um Operationen wird häufig vorübergehend ein Katheter gelegt — etwa weil Narkose und Schmerzmittel das Wasserlassen erschweren, oder um den Urinausstoß bei einer Behandlung genau zu überwachen. In den meisten Fällen ist das eine Übergangslösung.
Chronischer Restharn
Bleibt regelmäßig Urin in der Blase zurück, steigt das Risiko für Harnwegsinfekte und auf Dauer für Nierenschäden. Ein Katheter — meist im Rahmen des intermittierenden Selbstkatheterismus — sorgt für die vollständige Entleerung, die die Blase selbst nicht mehr schafft.