Rund um Blasenfunktionsstörungen fällt oft der Begriff „Blasentraining". Viele fragen sich, ob sich damit der Selbstkatheterismus reduzieren oder ganz vermeiden lässt.
Die ehrliche Antwort: Das hängt vollständig von der Ursache ab — und ist nichts, was man auf eigene Faust ausprobieren sollte. Hier die Einordnung.
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.
Was mit Blasentraining gemeint ist
Unter Blasentraining fasst man verschiedene Verfahren zusammen: etwa das bewusste Einhalten fester Entleerungszeiten (Miktionstraining), Beckenbodentraining oder Verhaltensanpassungen bei der Trinkmenge. Ziel ist, die Blasenfunktion und die Kontrolle darüber zu verbessern.
Warum es bei neurogener Blase Grenzen gibt
Bei einer neurogenen Blasenfunktionsstörung — etwa nach Querschnittlähmung oder bei Multipler Sklerose — ist die Nervensteuerung selbst betroffen. Ein Training kann die zugrunde liegende Nervenschädigung nicht rückgängig machen. Hier steht der Schutz von Blase und Nieren im Vordergrund, und dafür ist die regelmäßige, vollständige Entleerung entscheidend.
Der intermittierende Selbstkatheterismus ist in solchen Fällen kein Zwischenschritt, den man wegtrainiert, sondern die schonende Methode, die genau das sicherstellt.
Was du konkret tun kannst
Sinnvoll und ungefährlich ist ein fester Rhythmus: gleichmäßig über den Tag verteilt katheterisieren, statt lange Pausen und dann große Mengen. Ebenso hilfreich ist ein Miktionsprotokoll — also aufschreiben, wann und wie viel entleert wurde. Das ist die beste Grundlage für das Gespräch mit deiner Urologin oder deinem Urologen.
Ändere die Häufigkeit oder Methode nie eigenmächtig. Zu selten katheterisieren kann die Blase überdehnen und Infekte begünstigen.