Als Angehörige unterstützen: ISK im gemeinsamen Alltag

Alltag21. Juli 20264 Min. Lesezeit
Als Angehörige unterstützen: ISK im gemeinsamen Alltag

Wenn Partnerin, Partner, Kind oder Elternteil katheterisiert, stellen sich Angehörigen viele Fragen: Wie viel Hilfe ist richtig? Wie spricht man darüber, ohne dass es unangenehm wird?

Dieser Text richtet sich an Angehörige. Pflegerische Handgriffe lernst du bei Bedarf durch eine fachliche Einweisung, nicht aus einem Artikel.

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine ärztliche Beratung oder die persönliche Einweisung durch Fachpersonal.

Selbstständigkeit hat Vorrang

Der wichtigste Grundsatz: So viel Unterstützung wie nötig, so wenig wie möglich. Für viele Menschen ist der Selbstkatheterismus ein Stück zurückgewonnene Unabhängigkeit. Hilfe, die ungefragt übernimmt, kann dieses Gefühl untergraben — auch wenn sie gut gemeint ist.

Frag lieber einmal zu viel, was gewünscht ist, als einmal zu wenig.

Wo Unterstützung wirklich hilft

Meist sind es die organisatorischen Dinge, die entlasten:

Über das Thema sprechen

Sachlich und ohne Drama ist meist am angenehmsten. Es geht um eine alltägliche, notwendige Routine — nicht um etwas Peinliches. Wenn Beschwerden auftreten, hilft es, gemeinsam auf Warnzeichen wie Fieber oder trüben Urin zu achten und früh ärztlichen Rat zu holen.

Auch an dich denken

Unterstützung über lange Zeit ist anstrengend. Selbsthilfegruppen gibt es auch für Angehörige, und der Austausch dort entlastet oft mehr als erwartet.

Darf ich als Angehörige katheterisieren?
Wenn es medizinisch nötig ist und du fachlich eingewiesen wurdest, ja. Die Einweisung ist Voraussetzung.
Wie viel Hilfe ist richtig?
Das entscheidet die betroffene Person. Frag nach, statt zu vermuten.

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